Luftverkehrsteuer sinkt: 350-Millionen-Entlastung für Aviation-Branche

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November 18, 2025
18.11.2025
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Die Koalition nimmt die Ampel-Steuererhöhung von 2024 ab Juli 2026 zurück, nachdem der BDL dokumentierte, dass sich staatliche Abgaben seit 2019 verdoppelt haben und Airlines Deutschland meiden.

Regierung korrigiert Vorgänger-Erhöhung mit Jahr Verspätung

Bundeskanzler Friedrich Merz verkündete am 13. November nach der Koalitionsausschuss-Sitzung eine Luftverkehrsteuer-Reduktion zum 1. Juli 2026. Das Entlastungsvolumen: circa 350 Millionen Euro für die deutsche Aviation-Industrie. Die Ankündigung reagiert auf eine substanzielle Steueranhebung vom Mai 2024, die Abflüge von deutschen Airports verteuerte. Obwohl CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag die Revision dieser Erhöhung zusagten, scheiterte die Implementation bisher an Haushaltszwängen. Die Abgabe selbst existiert seit 2011, als die damalige schwarz-gelbe Regierung sie zur Budgetsanierung einführte. Aktuell zahlen Fluggesellschaften gestaffelte Tarife: 15,53 Euro für Inland plus Kurzstrecken, 39,34 Euro für Mittelstrecken, 70,83 Euro für Langstrecken.

Verbandsanalyse zeigt Wachstumslücke zu europäischen Nachbarn

Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) berichtete im Oktober, dass der heimische Luftverkehr auch im kommenden Winterflugplan hinter europäischen Nachbarn zurückbleibt. BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang konstatierte: Airlines meiden Deutschland zunehmend wegen eskalierender Steuern und Gebühren. Die Zahlen sind dramatisch: Staatliche Standortkosten – aggregiert aus Flugsicherungs-, Luftsicherheitsgebühren und Luftverkehrsteuer – haben sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Laut BDL führt Deutschland damit europaweit die Abgabentabelle an.

Die Konsequenz: International operierende Airlines stationieren Flugzeuge verstärkt an kosteneffizienteren Standorten. Besonders betroffen: innerdeutsche Verbindungen sowie Direktflüge von kleineren und mittleren Airports ins europäische Ausland wurden gestrichen. Die angekündigte Steuersenkung soll dieser Erosionsdynamik entgegenwirken und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Airports stabilisieren.