Arbeitsplatz 2030: Asana-Studie prognostiziert KI-getriebene Kulturwende

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November 25, 2025
25.11.2025
3 Minuten Lesezeit

Eine Untersuchung des Work Innovation Labs zeigt, wie Künstliche Intelligenz bis 2030 Hierarchien abflachen, Meetings reduzieren und Teamarbeit transparenter machen könnte. Doch die Erwartungen bergen auch Risiken.

Besprechungsfreie Tage rücken näher

Eine Erhebung des Work Innovation Labs von Asana unter deutschen Arbeitnehmern zeigt: Die Erwartungen an den Arbeitsplatz 2030 sind pragmatisch. 39 Prozent der Befragten rechnen mit der Einführung fester Meeting-freier Tage. Bei Unternehmen, die KI bereits systematisch nutzen – sogenannte AI Scaler –, steigt dieser Wert auf 55 Prozent. 

Entscheidungswege verkürzen sich dramatisch

Der Zwang zu schnelleren Marktreaktionen treibt Strukturveränderungen. In Organisationen mit strategischem KI-Einsatz erwarten 51 Prozent der Mitarbeiter den Abbau von Management-Ebenen bis 2030 – gegenüber 39 Prozent in der Gesamtheit aller Beschäftigten. Diese Differenz dokumentiert, wie unmittelbar Teams in AI-Scaler-Unternehmen den Wandel erleben. Führungskräfte müssen künftig primär Orientierung bieten statt Aufgaben zu verteilen, während Mitarbeiter mehr Entscheidungsspielraum erhalten.

Objektivierung der Leistungsbewertung

71 Prozent der Beschäftigten in AI-Scaler-Firmen gehen davon aus, dass Teamarbeit bis 2030 messbar wird – bei Unternehmen mit sporadischem KI-Einsatz sind es 50 Prozent. Gemeint ist keine lückenlose Überwachung, sondern Transparenz über Beitragsflüsse, kritische Rollen und Prozessengpässe. Veit Brücker, Head of DACH und South EMEA bei Asana, formuliert: "Mit kollaborativen Agenten beginnt eine neue Phase der Zusammenarbeit. [Solche] Tools (…) zeigen, dass KI zu einem echten Teamplayer werden kann, der bei komplexen, funktionsübergreifenden Aufgaben hilft. Das gibt Teams mehr Raum für das, was menschliche Arbeit wirklich ausmacht: Kreativität. Das ist die Richtung, in die sich Arbeit bis 2030 entwickeln wird."

Automation als zweischneidiges Schwert

Die Studie skizziert eine Arbeitswelt mit reduzierten Besprechungen durch KI-gestützte Vorbereitung, datenbasierten Entscheidungen statt Hierarchien, selbststeuernden Teams und automatisierten Routinen. Doch die Entwicklung birgt Risiken: Arbeitsplätze könnten durch Systeme ersetzt werden, der Kompetenzerwerb erfordert Ressourcen, und viele Arbeitnehmer überschätzen ihre KI-Fähigkeiten – mit potenziell negativen Folgen für Produktivität und Teamstabilität.