Apobank steigt zwei Jahre nach Leveraged-Finance-Exit über Deutsche-Credit-Partnerschaft wieder ins Kreditgeschäft ein – Rollenteilung eliminiert Bilanzrisiko, während Zielvolumen zwischen 500 und 750 Millionen Euro für non-sponsored Senior Debt liegt.
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank vollzieht eine bemerkenswerte Strategiewende: 2023 verabschiedete sich das Institut aus dem Leveraged-Finance-Segment, nun kehrt es über eine Fondskooperation mit Deutsche Credit zurück – allerdings ohne eigene Bilanzbelastung. Die Partnerschaft basiert auf asymmetrischer Aufgabenteilung: Die Apobank mobilisiert ihre Healthcare-Expertise und Gesundheitsunternehmen-Netzwerke für Deal-Sourcing, unterstützt beim Fundraising und agiert beratend. Deutsche Credit bringt Mittelstands-Zugänge, Fondsinfrastruktur und – entscheidend – exklusive Investitionsentscheidungskompetenz ein.
Der Kreditfonds steht nach Angaben der Apobank in "fortgeschrittener" institutioneller Vermarktung. "Finanz-Szene" beziffert das Zielvolumen auf 500 bis 750 Millionen Euro. Etwa ein Drittel davon adressiert Healthcare, der Rest diversifiziert branchenübergreifend. Strategisch fokussiert die Partnerschaft auf Senior-Debt-Positionen ohne Private-Equity-Sponsoren – sogenannte non-sponsored Finanzierungen. Geografisch deckt sie DACH plus Benelux und Skandinavien ab. Beide Partner planen perspektivisch Erweiterungen um zusätzliche Fondsstrategien und Co-Lending-Architekturen.
Für Deutsche Credit fällt die Apobank-Allianz in eine Umbruchphase: Vor Kurzem verkündete das Unternehmen die Rechtsformumwandlung zur Aktiengesellschaft. CEO Nicolaus Loos rahmt dies als konsequenten Wachstumsschritt. Die AG-Struktur beschließt eine mehrjährige Konsolidierungsperiode. Loos gründete die Firma 2018 post-IKB als Deutsche Credit Capital Partners. 2021 zwang Corona die deutsche Gesellschaft in die Insolvenz. Heute operiert Deutsche Credit von mehreren deutschen Standorten aus sowie Zürich, London und Luxemburg mit Fokus auf DACH-Mittelstandskredite.
Die Partnerschaft markiert für die Apobank einen fundamentalen Strategieschwenk. Bis 2023 betrieb das Institut aktives Leverage-Finance-Geschäft. Der Houlihan-Lokey-Midcap-Monitor listete die Bank 2022 mit sieben LBO-Deals unter den aktiveren Playern. Das Healthcare-PE-Kreditbuch umfasste damals 500 Millionen Euro. Der 2023er-Ausstieg zielte auf Kerngeschäfts-Konzentration: Privatkundenbeziehungen mit Medizinern und Pflegekräften sowie direkte Praxis-, Krankenhaus- und Gesundheitseinrichtungs-Finanzierungen. Die Deutsche-Credit-Kooperation ermöglicht nun Private-Debt-Teilhabe ohne Bilanzexposure – ein risikominimiertes Comeback via Vermittler- und Expertise-Rolle statt direkter Kreditvergabe.





