Robert Half prognostiziert kräftige Zuwächse für Finanzexperten, paradoxerweise gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
Eine aktuelle Erhebung des Personaldienstleisters Robert Half zeichnet ein ungewöhnliches Bild: Während viele Unternehmen konjunkturbedingt über Personalabbau nachdenken, wollen 43 Prozent ihre Finanzabteilungen vergrößern. Die Autoren der Studie sehen darin einen Beleg für die zunehmende strategische Relevanz der Finance-Funktion.
Prozessverständnis und digitale Fähigkeiten dominieren die Nachfrage, auch im Steuer- und Rechnungswesen. Besonders Bilanzbuchhalter stehen hoch im Kurs. Ihr Tätigkeitsfeld reicht von der Bewertung von Vermögenswerten über Rückstellungsbildung bis zur Anwendung internationaler Standards wie IFRS. Da Bilanzierungsfehler finanzielle Risiken und Reputationsschäden nach sich ziehen, kommt diesen Fachkräften eine Schlüsselrolle zu. Sie operieren an der Schnittstelle zwischen operativer Buchhaltung, Management und externen Prüfern.
Die Gehaltsspannen fallen je nach Erfahrung und Qualifikation deutlich auseinander. Sachbearbeiter in der Buchhaltung bewegen sich zwischen 44.250 und 56.500 Euro. Finanzbuchhalter erreichen 52.500 bis 70.000 Euro. Bilanzbuchhalter verdienen 64.000 bis 90.000 Euro, ihre internationalen Kollegen kommen auf 73.000 bis 103.500 Euro. Financial Analysts liegen bei 57.250 bis 98.000 Euro.
Im Steuerbereich zeigt sich ein ähnliches Bild: Steuerfachangestellte erhalten 48.250 bis 72.000 Euro – ein Plus gegenüber den 67.500 Euro für Spitzenverdiener im Vorjahr. Steuerassistenten bewegen sich zwischen 53.250 und 90.000 Euro. Steuerberater gehören mit 85.000 bis 115.000 Euro zur Gehaltsspitze, wobei diese Position umfassende Ausbildung und jahrelange Praxis voraussetzt.
Tax-Experten übernehmen strategische Aufgaben, die weit über die Erstellung von Steuererklärungen hinausgehen. Sie entwickeln Lösungen zur Risikominimierung und schöpfen steuerliche Vorteile aus. Die wachsende Komplexität im internationalen Geschäftsverkehr macht sie unverzichtbar. Die Robert-Half-Analyse kommt zum Schluss: In kaum einem anderen Bereich müssen Fachkräfte ihr Wissen häufiger aktualisieren als in Tax und Compliance – getrieben durch Reformen, veränderte Rechtsprechung und neue Vorgaben der Finanzverwaltung.





